Auch wenn Microsoft (WKN: 870747) bei den letzten Quartalszahlen auf ganzer Ebene überzeugte. Der Technologie-Gigant muss sich in zukunftsträchtigen Branchen auch immer wieder gegen die Konkurrenz behaupten. Am vergangenen Dienstag stellte der Konzern auf der jährlichen Hausmesse Build neueste Features und Produktverbesserungen vor. Aber auch neben der Messe gab es zuletzt interessante Entwicklungen rund um die Microsoft Aktie. Wir blicken für euch drauf!

Das Wichtigste von der Build

Ein generalüberholter Microsoft Store

Der hauseigene Microsoft Store wurde für das aktuelle Betriebssystem Windows 11 runderneuert. Von nun an können alle App-Entwickler ihre Produkte auf der Plattform anbieten und die dort erzielten Umsätze auch in Gänze behalten. Zusätzlich gibt es jetzt Zugang zum Appstore von Amazon, dessen Android Apps auf Windows 11 installiert werden können. Der Microsoft Store ist in letzter Zeit dynamisch gewachsen und holt auf die Konkurrenz-Plattformen von Apple und Google auf. Die Zahl der Desktop-Apps und- Spiele ist im Q1 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent gestiegen.

Neues Teams-Feature „Live-Share“

Teams ist neben Slack heute das wichtigste Kommunikations-Tool. Weltweit nutzen derzeit 270 Millionen User monatlich die etwa 1.400 Apps des Programms. Nun kommt ein neues interessantes Feature dazu. Mit „Live-Share“ können Teilnehmer der Videokonferenzen jetzt gemeinsam an 3D-Modellen und anderen Dokumenten arbeiten. Das bisherige schlichte Bildschirmteilen wird dadurch funktional stark erweitert. Das neue Werkzeug soll ohne zusätzliche Kosten nutzbar sein. Auch Konkurrent Alphabet hatte vor kurzem mit Google Meet Live Sharing ein ähnliches Feature präsentiert. Microsoft zieht nun rechtzeitig nach.

Die nächsten Schritte bei Augmented Reality

Volkswagen-Projekt löst kompliziertes Problem

Schon ein paar Jahre arbeiten Microsoft und Volkswagen gemeinsam daran, „Augmented Reality (AR) in bewegten Fahrzeugen nutzbar zu machen“. Entstanden ist daraus der sogenannten „Moving Platform“ – Modus, der auf der Mixed-Reality-Brille HoloLens 2 von Microsoft basiert. Hologramme sollen so während der Fahrt Informationen „zum Verkehr, zu den Wetterbedingungen, zu architektonischen Highlights entlang des Weges oder auch die passenden Einkaufsempfehlungen” geben. Bislang stellten die Fahrzeugbeschleunigung durch eine Störung der Tracking-Sensoren ein großes Problem dar. Die neue „Moving-Platform” hat das nun behoben und ermöglicht laut Microsoft „neue Potenziale für die Einsatzmöglichkeiten der Technologie. Ein wichtiger nächster Schritt in einer dynamischen Branche.

HoloLens-Deal mit Kawasaki

Auch der japanische Schwerindustrie-Konzern Kawasaki will bald die HoloLens von Microsoft nutzen. Die Fabrikarbeiter sollen die Headsets tragen und damit den gesamten Produktionsprozess schneller und effizienter machen. Das Ziel: Die Arbeiter sollen beispielsweise Maschinen und Roboter bei einem Defekt selber reparieren. Die HoloLens dient dabei als Schnittstelle zwischen dem Mitarbeiter vor Ort und einem Reparateur. Der kann über das digitale Auge die korrekten Anweisungen zur Behebung des Problems geben und muss dafür nicht mehr in die Fabrik kommen. Kawasaki könnte schneller weiter produzieren und verbraucht weniger Ressourcen. Auch in der Optimierung der Produktion und der Verwaltung von Lieferketten soll die Microsoft-Brillen Einsatz finden.

Microsoft Aktie ein klarer Langzeit-Kandidat!

Die Meldungen der letzten Wochen stimmen uns mit Blick auf Microsoft langfristig sehr optimistisch. Auch die Microsoft Aktie hat seit der Build mit einem Plus über drei Prozent zuletzt wieder einen positiven Trend. Hier findet unseren Artikel zur starken Performance des Konzerns im vergangenen Quartal. Dazu geht der Mega-Deal mit Activision laut Microsoft-Präsident Brad Smith voran. Allerdings sei es „ein langwieriger Prozess” und Microsoft noch immer in der Phase, in der sie „Fragen beantworten müssen”. Das Jahr bleibt also spannend. Für Anleger, die tiefer in die Materie einsteigen wollen, gibt es die Microsoft Premium-Analyse meines Kollegen Robin.

Julian besitzt keine der im Artikel erwähnten Aktien.