Bestimmt seid ihr in unserem Aktien-Portfolio auch schon auf die Intuit Aktie (WKN: 886053) gestoßen. Der US-amerikanische Softwarekonzern wird hier wohl einigen noch kein Begriff sein. Deswegen möchte ich euch den Konzern in diesem Artikel kurz vorstellen, das aktuellste Quartalsergebnis bewerten und ein wenig in die Zukunft blicken. 

Der Software-Experte für Standardanwendungen

Intuit wurde 1983 von Scott Cook und Tom Proulx in Palo Alto gegründet. Cook erkannte bereits damals das große Potenzial der Digitalisierung und entwickelte zunächst die Software Quicken. Das Buchhaltungsprogramm wurde in den USA zur Nummer 1 und bescherte dem Konzern zuverlässig fette Cash Flows. So konnte man sich über die Jahrzehnte durch Investitionen in neue Programme und Firmenübernahmen immer weiter diversifizieren. Heute bietet Intuit fünf verschiedene Softwarelösungen an und ist dabei auf kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert. Die Buchhaltungs-Software QuickBooks ist in den USA Marktführer für Konzerne dieser Größenordnung. Daneben ist TurboTax in den Staaten mit 70 Prozent Marktanteil die Standardanwendung für Steuererklärungen. 

Ein wichtiger Fokus lag in den letzten Jahren auf dem Aufbau eines zusammenhängenden Software-Ökosystems. Wichtige Schachzüge waren dabei die Übernahmen von Credit Karma und Mailchimp. Auf Credit Karma können sich inzwischen über 110 Millionen Nutzer kostenlose Bonitätsauskünfte einholen. Die anderen Programme des Konzerns ergänzen die Funktionen von Credit Karma dabei sinnvoll.  Durch die Integration von Intuits Softwarelösungen in eine zusammenhängende Plattform, will der Konzern mehr und mehr zu einer profitablen Gesamtlösung für die Anliegen von Firmen und Privatkunden werden. Heute hat das Unternehmen über 10.000 Beschäftigte und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp zehn Milliarden USD.

Die aktuellen Zahlen

Ende Februar vermeldete der Konzern für Finanzsoftware einen Gewinn je Aktie von 1,55 US-Dollar sowie einen Umsatz von 2,67 Milliarden USD für das zweite Quartal 2022. Damit blieb man bei beiden Werten trotz eines starken Wachstums unter den Erwartungen der Analysten. Das zeigte sich direkt auch mal an den Börsen, wo das Wertpapier um zwei Prozent verlor. Zu einem großen Teil sorgten die Übernahmen von MailChimp und Credit Karma für ein Umsatzwachstum von 70 Prozent. Ohne die Akquisitionen wäre dieses aber mit 39 Prozent noch immer hoch ausgefallen. Dass trotz solcher Zahlen der Aktienwert sinkt, zeigt, wie viel das Anlegerumfeld von Intuit erwartet. Für das gesamte laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum zwischen 26 und 28 Prozent, der Gewinn je Intuit Aktie soll um 16 bis 18 Prozent ansteigen

Mailchimp als weiterer Wachstumstreiber

Durch die größte Transaktion in der Unternehmensgeschichte wurde Anfang November 2021 Mailchimp aufgekauft. 12 Milliarden USD ließ sich der Konzern die Marketing-Plattform kosten, um sein Angebot für kleine und mittelständische Unternehmen auszubauen. Auch Mailchimp hat sich seit seiner Gründung 2001 durch zahlreiche Übernahmen zu einer führenden Plattform für Marketing-Automatisierung entwickelt. Dabei werden die Hälfte der Umsätze schon heute außerhalb der USA generiert. Die neuesten Finanzdaten sind aus dem Jahr 2019, hier setzte der Konzern etwa 700 Millionen USD um. In der Unternehmensmeldung sprach man von der „Vision einer innovativen End-to-End-Plattform, um das Kundenwachstum für kleine und mittelständische Unternehmen zu verwirklichen“. Mailchimp wird demnach fest in die etablierte QuickBooks-Software integriert. Dadurch sollen Intuit-Kunden ihr Marketing mithilfe der Synchronisation der Kundendaten beider Programme und maßgeschneiderte Empfehlungen optimieren können. 

Wie gehts weiter für die Intuit Aktie?

Das Geschäftsmodell von Intuit ist hochprofitabel. In den vergangenen 12 Monaten betrug die Gewinnmarge aus dem freien Cashflow 31 Prozent. Man besitzt Marktführerschaft und einen stabilen Burggraben als Anbieter von Standard-Software in verlässlichen Geschäftsfeldern. Das wird auch in den kommenden Jahren verlässlich Cash in die Kassen spülen. Geld, welches man wiederum in die Entwicklung von Software und weitere Akquisitionen investieren kann. Mailchimp wird wohl nicht der letzte große Kauf des Konzerns gewesen sein. Die Intuit Aktie tut sich dabei seit Ende November mit deutlichen Verlusten ziemlich schwer. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum steht sie aber noch immer bei einem Plus von elf Prozent. Das Wachstum der letzten zwei Jahre wird man in diesem Jahr nicht halten können. Langfristig ist Intuit aber in einer komfortablen Situation, um sich weiter positiv zu entwickeln.

Julian besitzt keine der im Artikel erwähnten Aktien.