Dieser Beitrag ist auch als Podcast verfügbar!

Der Software-Gigant Adobe (WKN: 871981) hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Tech-Aktien. Einen Großteil seines Umsatzes generiert der Konzern über wiederkehrende Einnahmen aus dem Segment Digital Media. Darunter fallen vor allem die weit verbreiteten und beliebten Programme der Adobe Creative Cloud. Am Ende des ersten Quartals lagen diese auf die vergangenen zwölf Monate hochgerechnet bei 12,57 Milliarden US-Dollar. Ein Plus von knapp vier Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Beginn der Pandemie. Aber auch die Adobe Aktie hat es im jetzigen Umfeld schwer. Seit Jahresbeginn ging es um über 27 Prozent runter. Kann das Unternehmen die zuverlässig hohen Cashflows nutzen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen?

Die Cash Cow von Adobe

Den hohen Einnahmen über die Creative Cloud stehen für Adobe eher geringe Kosten entgegen. Heute kostet ein Abonnement der Cloud knapp 50 Euro pro Jahr. Ein happiger Preis, den der Konzern jedoch fordern kann. Zu etabliert und vielseitig ist das Software-Angebot, das mit Photoshop und Premiere Pro für viele Unternehmen und Selbstständige der klare Standard ist. Um den Zahlungsstrom aufrechtzuerhalten muss Adobe lediglich die bereits sehr starke Software weiterentwickeln und für einen soliden Kundendienst sorgen. Im vergangenen Quartal kosteten die 4,26 Milliarden Umsatz gerade einmal 512 Millionen US-Dollar. Somit lag der operative Cashflow bei 1,77 Milliarden US-Dollar. 

Kooperation mit unserer Baumarkt-Aktie

Das Geld reinvestiert Adobe jedoch stets in die eigene Entwicklung. Vergangene Woche wurde auf der Unternehmens-Website die Erweiterung der Zusammenarbeit mit The Home Depot (WKN: 866953) angekündigt. Die Baumarkt-Kette will die Kundendatenplattform von Adobe nutzen, um das Kundenverhalten besser zu verstehen und den eigenen Omnichannel zu verbessern. Durch die neue Technologie wolle man bald personalisierte Kampagnen innerhalb von 24 Stunden schalten können. Bislang benötigt The Home Depot dafür noch sieben bis zehn Tage. 

“The Home Depot made early investments in providing omnichannel shopping experiences, and these digital and physical assets continue to guide our strategic priorities. Our expanded partnership with Adobe will enable us to enhance the customer experience even further, driving personalization at scale and further optimizing The Home Depot experience across online and in-store.”

Melanie Babcock, Vizepräsidentin Integrated Media – The Home Depot

Ein Deal, von dem beide Seiten durchaus profitieren dürften. The Home Depot kann die eigene Erfolgsgeschichte mit seinem Omnichannel-Netzwerk fortsetzen. Die Investitionen in die Verknüpfung von Online-Geschäft mit den physischen Filialen haben sich bereits mehrfach bezahlt gemacht. Sie sorgten während der Pandemie für unerwartete Wachstumsschübe und viele neue Kunden. Auf der anderen Seite winken für Adobe durch die Nutzung der eigenen Dienste durch die weltweit größte Baumarktkette saftige Mehreinnahmen. Dazu könnte die Technologie bei einem Erfolg der Kooperation weitere Kunden anlocken. 

Adobe Aktie: Auch im Hype-Markt der Podcasts dabei!

Einen weiteren kleinen Zukunftsdeal geht Adobe mit dem progressiven US-amerikanischen Medienkonzern Crooked Media ein. Das Unternehmen ist besonders für den Politik-Podcast „Pod Save America“ bekannt. Crooked Media will die branchenführende Funktion „Speech to Text“ von Premiere Pro von nun an auf allen Videoplattformen einsetzen. Die Technologie nutzt KI und maschinelles Lernen, um Videoinhalte automatisiert zu untertiteln. Damit fällt auf Seiten des Medienkonzernes im Produktionsprozess ein zeitaufwändiger Prozess weg.

Die beiden Kooperation zeigen, dass Adobe nicht allein über seine Software-Abonnements Geld verdienen kann. Wir haben das Gefühl, dass der Software-Konzern seine starke Marktposition derzeit offensiv nutzen kann. Der Deal mit Home-Depot ist sicher eine ganz andere Größenordnung. Hier sind wir gespannt, ob unsere Baumarkt-Aktie seine Erlöse durch verstärkte Personalisierung weiter anheben kann. Dazu sind wir gespannt, in welchem Umfang Adobe von der Kooperation profitiert. Wir sind heute trotz der Verluste zuletzt weiter überzeugt von der Adobe Aktie. Bleibt nach der Präsentation der neuen Quartalszahlen auch so? Wir halten euch auf dem Laufenden!

Julian besitzt keine der im Artikel erwähnten Aktien.