Nach dem amerikanischen Börsenschluss gab am Dienstagabend mit Microsoft (WKN: 870747) der zweite große Techkonzern seine Zahlen für das erste Quartal bekannt. Nachdem nur eine halbe Stunde zuvor Alphabet (WKN: A14Y6F) ein eher durchwachsenes Quartal vermeldet hatte, konnte Microsoft auf ganzer Linie überzeugen. Der Umsatz konnte um 18 Prozent gesteigert werden, in erster Linie getrieben von der starken Cloudsparte, welche im Vergleich zum Vorjahr sogar um 29 Prozent zulegen konnte.

Microsoft Q1 2022 Ergebnisse

Q1 2022Q1 2021Veränderung
Umsatz49,4 Mrd. US-$41,7 Mrd. US-$+18,5 %
EBIT20,4 Mrd. US-$17,0 Mrd. US-$+20,0 %
Gewinn je Aktie2,22 US-$2,03 US-$+9,4 %
Productivity and Business Processes15,8 Mrd. US-$13,6 Mrd. US-$+16,2 %
Intelligent Cloud19,1 Mrd. US-$15,1 Mrd. US-$+26,5 %
More Personal Computing14,5 Mrd. US-$13,0 Mrd. US-$+11,5 %
Quelle: Microsoft Investor Relations “Earnings Release FY22 Q3

Das Wichtigste im Überblick

Productivity and Business Processes

Im Bereich “Productivity and Business Processes” konnte der Umsatz auf 15,8 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Dies entspricht einem Wachstum von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Microsoft 365 war sowohl bei Privat- als auch bei Businesskunden sehr beliebt und legte in beiden Zielgruppen um jeweils über zehn Prozent zu. Wachstumstreiber waren in dieser Sparte von Microsoft jedoch andere Geschäftszweige. Zum einen das soziale Netzwerk “LinkedIn”, welches gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent zulegen konnte und zum anderen die CRM & ERP Plattform “Dynamics 365”. Diese erfreute sich einer besonders hohen Nachfrage und legte sogar um 35 Prozent zu.

Die Bruttomarge im Bereich “Productivity and Business Processes” sank leicht gegenüber dem Vorjahr. Hauptgrund war eine Veränderung bei der erwarteten Lebensdauer für Server und Netzwerkkomponenten. Diese werden seit diesem Jahr über einen kürzeren Zeitraum abgeschrieben. Ohne diese Änderung wäre die Bruttomarge im Jahresvergleich um zwei Prozent gestiegen. Unter dem Strich konnte das EBIT trotzdem um 19 Prozent gesteigert werden und die EBIT-Marge liegt bei starken 45,5 Prozent.

“Continued customer commitment to our cloud platform and strong sales execution drove better than expected commercial bookings growth of 28% and Microsoft Cloud revenue of $23.4 billion, up 32% year over year.”

Amy Hood, CFO Microsoft

Intelligent Cloud

Die “Intelligent Cloud” Sparte war einmal mehr der absolute Wachstumstreiber bei Microsoft und ist mittlerweile mit einem Gesamtumsatz von 19,1 Milliarden US-Dollar auch die nach Umsatz größte Sparte im Microsoft-Konzern. Für das Wachstum sorgte vor allem Microsofts “Azure”. Genau wie im Bereich “Productivity and Business Processes” wurden auch bei der “Intelligent Cloud” die Margen durch Veränderungen bei den Abschreibungen negativ belastet. Trotzdem konnte die Bruttomarge der “Intelligent Cloud” Sparte sogar um ein Prozent gesteigert werden. Das EBIT wurde ebenfalls um starke 29 Prozent gesteigert und die EBIT-Marge lag bei 43,5 Prozent.

More Personal Computing

“More Personal Computing” ist der am langsamsten wachsende Bereich bei Microsoft. Um lediglich 11,5 Prozent konnte der Umsatz gegenüber dem Jahresstart 2021 zulegen. Besonders hervorzuheben sind die beiden Unterkategorien “Search and news advertising” und “Windows”. “Search and news advertising” steigerte den Umsatz um 23 Prozent und der Urgestein-Bereich “Windows” wuchs um starke 14 Prozent.

Die Bruttomarge ging jedoch leicht zurück und das EBIT wurde daher auch nur um sieben Prozent gesteigert. Trotzdem muss sich die EBIT-Marge mit 33,7 Prozent nicht verstecken. Spannend wird es für diesen Bereich so oder so in den kommenden Jahren, denn im ersten Quartal wurde die Übernahme von Activision Blizzard angekündigt. Da auch das Gaming-Geschäft von Microsoft in diese Sparte fällt, wird Activision Blizzard in Zukunft, sofern die Übernahme durchgewunken wird, mit in die Umsätze dieses Bereiches einfließen.

Ein rundum gelungenes Quartal für Microsoft

Microsoft hat ein rundum gelungenes erstes Quartal im neuen Jahr abgeliefert. Alle Bereiche konnten die im Vorfeld gestellten Erwartungen übertreffen und gute Ergebnisse liefern. Daher bleibt Microsoft aus unserer Sicht weiter einer der am langfristig besten aufgestellten Konzerne der Welt.

Aktionäre können sich zudem über erhöhte Ausschüttungen freuen. Insgesamt gab Microsoft im vergangenen Quartal 25 Prozent mehr Geld in Form von Aktienrückkäufen (7,8 Mrd. US-$) und Dividenden (4,6 Mrd. US-$) an die eigenen Aktionäre zurück als noch ein Jahr zuvor. Diese Steigerung erfolgte nicht aus der Substanz, sondern begründet sich zum großen Teil im fundamentalen Wachstum. So stieg der Free Cashflow im Jahresvergleich ebenfalls um 17 Prozent. Microsoft bietet also Wachstum und Shareholder Value. Was will man als langfristiger Aktionär mehr? Kein Wunder also, dass die Aktie in Reaktion auf die Zahlen um über fünf Prozent zulegen konnte.

Robin besitzt Aktien von Microsoft.