Am Dienstag gab Johnson & Johnson (WKN: 853260) bekannt, dass die Umsatz- und Gewinnziele für das Gesamtjahr gesenkt und die Umsatzprognosen für den Covid-19-Impfstoff aufgrund eines weltweiten Angebotsüberhangs und einer niedrigen Nachfrage zurückgenommen wurden.

Johnson & Johnson geht davon aus, dass der Umsatz im Jahr 2022 zwischen 94,8 und 95,8 Milliarden US-Dollar liegen wird, was etwa eine Milliarde US-Dollar weniger ist als die im Januar abgegebene Prognose. Zudem senkte das Unternehmen seine Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie für das Gesamtjahr um 25 Cent auf 10,15 bis 10,35 US-Dollar, nachdem es zuvor eine Spanne von 10,40 bis 10,60 US-Dollar angestrebt hatte.

Unter dem Strich meldete Johnson & Johnson für das erste Quartal einen Umsatz von 23,4 Milliarden US-Dollar, der knapp unter den Prognosen der Wall Street lag, aber um fünf Prozent höher als vor einem Jahr. Der Gesundheitskonzern erwirtschaftete einen Gewinn je Aktie von 1,93 US-Dollar pro Aktie und übertraf damit die Erwartungen leicht. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Nettogewinn jedoch um fast 17 Prozent zurück.

Johnson & Johnson Q1 2022 Ergebnisse

  • Umsatz: 23,4 Milliarden US-Dollar (+5 %)
  • Gewinn je Aktie: 1,93 US-Dollar (-16,8 %)
  • Nettogewinn: 5,15 Milliarden US-Dollar (-16,8 %)

Johnson & Johnson Umsatz Q1 2022

Johnson & Johnson meldete für das erste Quartal 2022 einen Umsatz von 12,87 Milliarden US-Dollar in seinem Pharmabereich, dies entspricht einem Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Geschäft mit medizinischen Geräten konnte um 5,9 Prozent auf 6,97 Milliarden US-Dollar Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2021 zulegen. Der Umsatz im Bereich Consumer Health ging dagegen um 1,5 Prozent zurück und lag bei 3,6 Milliarden US-Dollar. Dieser Bereich soll jedoch in Kürze vom restlichen Konzern abgespalten und eigenständig an die Börse gebracht werden. Operativ lief das Geschäft von Johnson und Johnson sogar noch besser, denn unter dem Strich wurde das Wachstum gegenüber dem Vorjahr von negativen Währungseffekten in Höhe von 2,7 Prozent belastet.

Im Pharmabereich ist besonders der Bereich Onkologie positiv hervorzuheben. Dieser konnte operativ um 14,9 Prozent wachsen. Im Bereich der Medizintechnik schnitt die Sparte rund um das Thema Augen besonders erfolgreich ab. Hier lag das operative Umsatzplus bei 13,9 Prozent. Ebenfalls sehr positiv hat sich im Bereich der Medizintechnik die Sparte “Interventional Solutions” entwickelt. In dieser werden unter anderem Produkte zu Behandlung und Vorbeugung von Schlaganfällen hergestellt. Der Umsatz wurde hier im vergangenen Quartal operativ um 17,4 Prozent gesteigert.

Solide Zahlen eines soliden Unternehmens

Aus unserer Sicht hat Johnson & Johnson solide Zahlen geliefert. Ja, auf den ersten Blick mag eine Prognosesenkung erst einmal schlecht wirken, schaut man jedoch genauer hin, stellt man schnell fest, dass diese lediglich wegen negativen Währungseffekten erfolgte. Die Prognose des operativen Ergebnisses wurde nicht angepasst. Ansonsten wurden trotz der weltweit schwierigen wirtschaftlichen Lage die Ziele erreicht.

Kritisch entwickelt sich weiterhin der Bereich “Consumer Health”. Zum einen gibt es keinerlei Wachstum in dieser Sparte und zum anderen sind die Margen im Vergleich zu den anderen beiden Bereichen von Johnson & Johnson am schlechtesten. Daher festigen diese Quartalszahlen unsere Meinung, dass die baldige Abspaltung der Consumer Health Sparte der richtige Schritt ist. Sehr wahrscheinlich werden wir nach der Abspaltung die “Johnson & Johnson Consumer Health”-Aktie auch nicht weiter beobachten. Wir werden uns stattdessen auf die Aktie mit den beiden erfolgreicheren Bereichen “MedTech” und “Pharmaceutical” konzentrieren.