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Der US-amerikanische Pharma-Gigant Johnson & Johnson (WKN: 853260) hatte bereits im November letzten Jahres angekündigt, sein Segment Konsumgüter vom Unternehmen abzuspalten. Bekannte Marken sind hier unter anderem Bebe, Penaten und Listerine. Der Konzern produziert in der Sparte Produkte wie Shampoo, Babypuder oder Pflaster. Am Ende des Abspaltungsprozesses soll es dann zwei börsennotierte Unternehmen geben, in welche Anleger ihr Geld unabhängig voneinander investieren können. Was erhofft sich die Johnson & Johnson Aktie davon?

Sparten passen nicht mehr zusammen

Zunächst muss einmal festgehalten werden: Die einzelnen Segmente trennen mit Blick auf den Umsatz Welten. Mit 14,6 Milliarden USD machten die Konsumgüter lediglich 15 Prozent des Gesamtumsatzes im vergangenen Jahr aus. Der Löwenanteil wurde mit 52 Milliarden USD (55 %) in der Sparte zulassungspflichtige Arzneimittel erwirtschaftet. Auch das Volumen der dritten Sparte, dem Verkauf von Medizin-Geräten, war in 2021 mit 27 Milliarden USD knapp doppelt so groß. Zusätzlich wächst das Geschäft mit den Konsumgütern deutlich langsamer als der Gesamtkonzern. Im letzten Jahr betrug das Umsatzwachstum 4,1 Prozent, insgesamt lag es bei 13,6 Prozent. 

Der frühere Chef Alex Gorsky sprach damals vom besten Weg, um nachhaltiges Wachstum langfristig zu sichern. Die beiden Unternehmensteile hätten sich zunehmend auseinander entwickelt. Am Tag nach der Meldung legte die Johnson & Johnson Aktie vorbörslich übrigens um vier Prozent zu. Die Abspaltung wurde vom Markt also positiv gesehen. Einige Anleger freuten sich wohl auch darüber, bald gezielter in die unterschiedlichen Geschäftsmodelle des Konzerns investieren zu können. 

Bei Pharma-Konzernen im Trend

Inzwischen hat Joaquin Duato als CEO die Zügel bei Johnson & Johnson übernommen. Er wird jetzt die Aufteilung des Unternehmens gestalten. Bis Ende des Jahres soll die neue Organisation für die Konsumgüter-Sparte stehen. Auch ein weiterer Pharma-Riese aus den USA hat ähnliche Pläne. Pfizer möchte im laufenden Jahr ebenfalls sein Konsumgüter-Geschäft in ein neues Unternehmen auslagern. Der deutsche Konzern Merck KGaA hatte seines bereits 2018 an Procter & Gamble veräußert. 

Was sind weitere Wachstumsfaktoren für Johnson & Johnson Aktie?

Duato erhofft sich außerdem durch einen langfristigen Rückgang der Corona-Pandemie weiteres Wachstum für den Konzern. So sprach er auf einer J.P. Morgan Konferenz Ende Januar von einer Disruption des Medizintechnik-Markts aufgrund der Ausbreitung des Virus. So wurde in Zeiträumen überlasteter Krankenhäuser ein Großteil nicht zwingend notwendiger Operationen verschoben oder abgesagt. In diesen Perioden sank dann auch die Nachfrage nach Johnson & Johnson’s Medizintechnik oft stark. Die Effekte waren grade im vergangenen Q4 aufgrund der wütenden Omikron-Variante nochmal besonders stark. Weiter will der neue Chef externe Innovationen und Firmen-Übernahmen als zentralen zukünftigen Wachstumsfaktor nutzen. Die Johnson & Johnson Aktie setzt dabei vor allem auf die Übernahme kleiner und mittelgroßer Konzerne. Allerdings sei man im Ernstfall auch „absolut“ bereit für große Deals.

Für mich stehen die Zeichen bei der Johnson & Johnson Aktie ganz klar auf Wachstum. Auch aufgrund der jüngsten Entwicklungen hat das Wertpapier in den vergangenen 30 Tagen um 8,5 Prozent zugelegt. Es sind sehr interessante Zeiten, um sich als langfristiger Anleger mit dem Pharma-Konzern zu beschäftigen.

Julian besitzt keine der im Artikel erwähnten Aktien.