Die US-amerikanische Pizza-Kette Dominos Pizza (WKN: A0B6VQ ) steht zu Beginn des Jahres vor neuen Herausforderungen. In den beiden Pandemie-Jahren konnte der Konzern von dem Aufwind der gesamten Branche profitieren. Viele Konsumenten sind aufgrund der Lockdowns und Restaurant-Schließungen auf Lieferdienste ausgewichen oder holten ihr Essen im Lokal ab. Zwei Geschäftsfelder, auf die sich Dominos spezialisiert hat. Der weltweite Umsatz konnte so 2020 um knappe 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stark wachsen. Und auch in Q3 2021 konnte er nochmals um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht werden. So war das Wachstum im vergangenen Jahr zwar schwächer als 2020, in Anbetracht der inzwischen gelockerten Corona-Restriktionen aber noch immer beträchtlich. Die Dominos Pizza Aktie konnte so seit Anfang März 2020 um über 30 Prozent zulegen. 

Corona-Lockerungen nicht das größte Problem

Dass es die Branche wieder schwerer haben wird, sobald die Pandemie wieder abflaut, wurde von Analysten und Investoren schon länger erwartet. Lange galt die Rückkehr der Kunden in vor-Ort-Restaurants als das Hauptproblem von Pizza-Ketten wie Dominos. Das noch immer starke Wachstum im vergangenen Jahr zeigt aber: Viele haben ihre geänderten Essgewohnheiten beibehalten. Dem Konzern bereitet eine andere Entwicklung sorgen.

So hat das Management rund um die Dominos Pizza Aktie vor kurzem berichtet, dass sie aufgrund der Rekordinflation in den USA einige ihrer angekündigten Werbeangebote wieder canceln wollen. Besonders die im Zusammenhang deutlich erhöhten Lebensmittelkosten machen dem Unternehmen derzeit zu schaffen. Zentrale Komponenten wie Fleisch-, Käse- und Getreide-Produkte sind dieses Jahr stark verteuert. Dominos erwartet laut CEO Richard Allison eine noch nie dagewesene Preiserhöhung für Zutaten im Vergleich zu 2021 um acht bis zehn Prozent“. Dies sei das drei- bis vierfache dessen, was sonst normal wäre. Dominos ergreift daher nun mehrere Maßnahmen. Konkret sollen zum Beispiel die Anzahl der Chickenwings in den 7,99 US-Dollar-Buckets von zehn auf acht reduziert werden. Außerdem werden einige der Angebote nur noch durch Online-Bestellungen zugänglich sein, um Personal zu sparen und verstärkt wichtige Kundendaten zu sammeln. Allison rechnet neben den höheren Einkaufspreisen zusätzlich mit höheren Lohnkosten durch die Inflation in 2022.

Dominos Pizza Aktie mit deutlichem Minus

Die Herausforderungen, vor denen Dominos nun steht, scheinen in erster Linie nicht mit dem Angebot des Konzerns zusammenzuhängen. Denn das scheint auch Zeiten abflauender Corona-Restriktionen weiterhin stark nachgefragt zu sein. Die hohe Inflation ist ein gesamtwirtschaftliches Problem und wird auch die anderen Marktteilnehmer treffen. Durch die stabile jährliche Gewinnmarge (Operating Profit Margin) zwischen 15,7 und 18,7 Prozent in der gesamten vergangenen Dekade, hat Dominos Pizza genügend Spielraum. Der Konzern kann die erhöhten Kosten auffangen und trotzdem Gewinne erzielen. Die Dominos Pizza Aktie reagierte im bisherigen Jahresverlauf mit einem deutlichen Wertverlust um 23 Prozent. Aus meiner Sicht sollte das für Anleger kein Grund zu Panik sein, sondern macht die Aktie für mich zum jetzigen Zeitpunkt noch interessanter.

Julian besitzt keine der im Artikel erwähnten Aktien