Der Chipkonzern Nvidia (WKN: 918422) erwirtschaftet fast seine gesamten Umsätze in zwei Hauptsparten. Knapp 90 Prozent der 8,3 Milliarden US-Dollar Umsatz fielen im Q1 zu etwa gleichen Teilen auf die Segmente „Data Center“ und „Gaming“. Gerade zu mickrig klingen da die 138 Millionen US-Dollar Umsatz, die der Konzern im gleichen Zeitraum im Bereich „Automobil“ erwirtschaftet hat. Doch grade darin könnte der Schlüssel für ein gesundes Wachstum in der Zukunft legen. Die Trends sprechen klar für die Nvidia Aktie!

Prall gefüllte Auftragsbücher

Schon in den nächsten Jahren könnte Nvidia große Sprünge im Automobilsegment machen. Nach eigenen Angaben hat der Konzern bis 2028 bereits jetzt Aufträge im Wert von rund elf Milliarden US-Dollar in den Büchern. Mit Blick auf Einnahmen von 566 Millionen US-Dollar im gesamten Geschäftsjahr 2022 ist das richtig viel. Prominente Kunden in der Branche sind Marken wie Mercedes, Hyundai, Volvo oder auch Jaguar. Aber auch innovative jüngere Auto-Hersteller wie Lucid, BYD oder Nio setzen auf die Chips von Nvidia. Zuletzt hat der chinesische Konzern Human Horizon mitgeteilt, beim neuesten intelligenten Elektro-Model GT HiPhi Z auf Nvidia Orin-Technologie zu bauen. 

Level-Up beim autonomen Fahren!

Die nächste Chip-Generation ist bereits geplant. Letztes Jahr hat Nvidia angekündigt, dass Orin in den nächsten Jahren durch Atlan abgelöst wird. Der soll dann die vierfache Rechenleistung mit sich bringen und für Fahrzeuge relevant sein, die ab 2025 produziert werden. Die Umweltdaten, die vor allem für das autonome Fahren essenziell sind, generieren Nvidia-unterstützte Fahrzeuge dabei über die Sensorsuite Hyperion. Hyperion 9, das für Fahrzeuge ab 2026 geplant ist, bringt es dann auf ein Arsenal von 14 Kameras, neun Radare, 20 Ultraschallsensoren und drei sogenannte Lidare. Lidare setzen gepulstes Laserlicht ein, um Objekte in der Umgebung zu erkennen. 

Zusätzlich plant Nvidia bis Ende 2024 weltweit ein Kartennetz von 500.000 Straßenkilometern in die eigene „Drive Map“ zu integrieren. Gesammelt werden die Daten dabei zunächst von Vermessungsfahrzeugen. Danach soll eine Masse von Daten-liefernden Autos die Karte laufend verbessern und erweitern. Der Konzern spricht hierbei von „Millionen von PKW“, welche die Nvidia Technologie nutzen werden.

Die Nvidia Aktie muss nicht, aber kann!

Momentan sieht es stark danach aus, dass Nvidia dem Automobil-Markt ein unersetzbares Technologie-Portfolio anbieten kann. Fast wöchentlich berichtet der Konzern auf der eigenen Website von neuen Kooperationen im Automobilbereich. Durch die vielseitige Zusammenarbeit scheint Nvidia nicht abhängig von einzelnen Herstellern zu sein. In einer durch den anstehenden Wandel möglicherweise stark disruptiven Branche ein echter Vorteil. Natürlich gibt es auch starke Konkurrenz. Volkswagen arbeitet mit Microsoft (WKN: 870747) an der eigenen Automated Driving Platform. Die Intel-Tochter Mobileye kooperiert mit BMW für ein solches Projekt. 

Im vergangenen Quartal waren zwei größten Segmente von Nvidia auch weiterhin die wachstumsstärksten. Die Branchen „Gaming“ und „Data-Center“ gelten derzeit nicht gerade als vom Aussterben bedroht. Im Prinzip scheint der Chip-Konzern daher nicht angewiesen auf ein weiteres Segment, das zum Umsatztreiber wird. Trotz der vielversprechenden Ausgangsposition ist auch die Nvidia Aktie in diesem Jahr bereits um 43 Prozent abgesackt. Chip-Krise und eine chaotische makroökonomische Weltlage nagen auch am Technologie-Giganten aus Kalifornien. Wir bleiben dennoch von einer langfristig soliden Entwicklung von Nvidia überzeugt. 

Julian besitzt keine der im Artikel erwähnten Aktien.

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