Der Chipkonzern Nvidia (WKN: 918422) ist mit einem Umsatzrekord in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Mit 8,29 Milliarden US-Dollar wurden 46 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum eingenommen. Zeitgleich fiel der Nettogewinn um 15 Prozent auf 1,62 Milliarden US-Dollar. Weil auch die Prognose für das laufende Q2 nach unten korrigiert wurde, sackte die Nvidia Aktie nachbörslich zwischendurch um acht Prozent ab.

Q1 2022Q1 2021Veränderung
Umsatz 8.288 Mio. US-$5.661 Mio. US-$+46 %
Nettogewinn1.618 Mio. US-$1.912 Mio. US-$-15 %
Gewinn je Aktie0,64 US-$0,76 US-$-16 %
Quelle: Nvidia Investor Relations “Financial Results for First Quarter Fiscal 2023

“We delivered record results in Data Center and Gaming against the backdrop of a challenging macro environment. The effectiveness of deep learning to automate intelligence is driving companies across industries to adopt NVIDIA for AI computing. Data Center has become our largest platform, even as Gaming achieved a record quarter. We are gearing up for the largest wave of new products in our history with new GPU, CPU, DPU and robotics processors ramping in the second half. Our new chips and systems will greatly advance AI, graphics, Omniverse, self-driving cars and robotics, as well as the many industries these technologies impact.”

Jensen Huang, CEO Nvidia

Gescheiterter ARM-Kauf reißt ein Loch

Der Rückgang beim Gewinn erstaunt beim deutlichen Umsatzwachstums des Konzerns. Auch die Marge auf abgesetzte Produkte ging mit Blick auf das Vorquartal um 0,1 Prozent auf 65,5 Prozent leicht hoch. Das zeigt, wie empfindlich Nvidia doch auf die gescheiterte Übernahme des Chipherstellers ARM reagiert. Für einen möglichen Kauf hatte man 1,25 Milliarden US-Dollar als Sicherheit bei der SoftBank, dem Inhaber von ARM, hinterlegt. Die die geplante Akquisition für etwa 44 Milliarden US-Dollar scheiterte aufgrund der Skepsis der Aufsichtsbehörden in den USA. Das Geld bleibt bleibt daher bei der SoftBank. Nun wird Nvidia weiter eigene Produkte auf Basis der ARM-Technologie entwickeln.

Umsatztreiber in Q1 und geschwächte Prognose

Für den neuen Umsatzrekord war in erster Linie das starke Wachstum des Data Center Segments verantwortlich. In der nun größten Nvidia-Sparte stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 83 Prozent auf 3,75 Milliarden US-Dollar. Das Segment Gaming legte um 31 Prozent auf 3,62 Milliarden US-Dollar zu. In der im Vergleich kleinen Sparte Automotive and Robotics schrumpfte der Umsatz erneut um zehn Prozent auf 138 Millionen US-Dollar. Das Management sieht hierin jedoch weiterhin einen wichtigen Zukunftsmarkt für den Konzern.

Im laufenden Quartal rechnet Nvidia mit einem Umsatz von 8,1 Milliarden US-Dollar. Aufgrund der beendeten Geschäfte in Russland sowie die geschwächten globalen Lieferketten durch die Lockdowns in China, werde man etwa 500 Millionen US-Dollar weniger einnehmen als geplant. Zeitgleich betonte CEO Jensen Huang die große Stabilität der Segmente Data Center und Gaming in einem herausfordernden makroökonomischen Marktumfeld.

Der isolierte Blick auf das letzte Q1 fällt eindeutig aus. Nvidia stellt einen neuen Rekord im Bereich Gaming auf und trotzdem ist sie nicht mehr die erfolgreichste Sparte. Denn das andere Trend-Segment Data Center performt noch viel besser. Der Chip-Riese hat damit auch für die Zukunft zwei starke Zugpferde, die weiter für reichlich Einnahmen sorgen. Damit kann der Nvidia weiter in kleinere vielversprechende Technologien investieren und hat einen soliden Puffer für Fehler. Den hat man mit dem ARM-Gau im vergangenen Quartal auch gebraucht. Wir sind bei der Nvidia Aktie langfristig optimistischer als die Börsen nach den Zahlen!

Julian besitzt keine der im Artikel erwähnten Aktien.