Dem Kreditkarten-Riesen Mastercard (WKN: A0F602) merkt man die vielen Krisen derzeit nicht an. Im Gegenteil: Mit dem Rückenwind durch den gestiegenen Reiseverkehr hat der Konzern im ersten Quartal starke Gewinne eingefahren. Auch die Umsätze gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich nach oben. Die Mastercard Aktie legte nach Veröffentlichung der Zahlen vorbörslich um etwa drei Prozent zu.

Q1 2022Q1 2021Veränderung
Umsatz5.167 Mio. US-$4.155 Mio. US-$+24,3 %
Nettogewinn2.631 Mio. US-$1.828 Mio. US-$+43,9 %
Gewinn je Aktie2,69 US-$1,84 US-$+46,2 %
Quelle: Mastercard Investor Relations “Earnings Release

“Russia’s invasion of Ukraine marked a somber start to 2022, as war returned to Europe for the first time in decades. Even in the context of this challenging geopolitical environment, we’re off to a strong start in 2022 with robust revenue and earnings growth as cross-border volumes grew 53% versus a year ago on a local currency basis. As of March, cross-border travel is above 2019 levels for the first time since the pandemic began, and ahead of our expectations. We continue to make good progress against our strategic priorities, deepening relationships with key issuers and co-brand partners across the globe.”

Michael Miebach, CEO Mastercard

Das Wichtigste im Überblick

Mastercard nahm im ersten Quartal 2022 unterm Strich rund 2,6 Milliarden US-Dollar ein. Das sind 44 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum Der Gewinn je Aktie lag damit bei 2,69 US-Dollar (+46,2 %). Auch der erzielte Umsatz kann sich mit einem Plus von 24,3 Prozent auf über fünf Milliarden US-Dollar sehen lassen. Die global wieder stark etablierte Reiseaktivität kompensierte dabei klar die krisenreiche Weltlage. CEO Michael Miebach sagte auf der Präsentation der Quartalszahlen, der grenzüberschreitende Reiseverkehr habe im März erstmals wieder das Niveau vor der Pandemie übertroffen. Wie auch für die beiden Konkurrenten Visa und American Express, waren Flug- und Hotelbuchungen einer der stärksten Umsatztreiber in der Periode. Beide werden meist mit Kreditkarte bezahlt.

Auch wenn sich das Umsatzwachstum im Vergleich zu den Vorquartalen etwas verlangsamte. Konzern und Anleger würdigten das Abschneiden in Q1. Mastercard trotze der zu Jahresbeginn noch wütenden Omikron-Variante sowie dem Krieg in der Ukraine und dem Ende der Geschäfte in Russland.

Mastercard Aktie: Der Vergleich mit Visa

Die Umsatzentwicklung der beiden Kreditkarten-Player sind fast gleich auf. Visa ist hier etwa ein Prozent stärker gewachsen als Mastercard. Was den Gewinn je Aktie jedoch angeht, hat Mastercard ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Das Gewinnwachstum war mehr als doppelt so groß wie das des größten Konkurrenten. Allgemein scheint die Weltlage nicht ganz so schädigend für die Zahlungsdienstleister wie manche erwartet haben. Genau die American Express surfen die beiden derzeit auf der Tourismuswelle. Und die wird wohl so schnell auch nicht brechen, steht die Sommersaison erst noch bevor. Wie bei Visa blicke ich derzeit deswegen weiter positiv auf die Mastercard Aktie.

Julian besitzt keine der im Artikel erwähnten Aktien.